Alarmierende Zahlen bei der hausärztlichen Versorgung im Landkreis

27.11.2019

In den vergangenen 5 Jahren sind 15 Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis aus der vertragsärztlichen Versorgung ausgeschieden; 8 Praxen wurden ganz geschlossen. Der Westpfälzer Landtagsabgeordnete Marcus Klein fordert die Landesregierung auf, dieser beunruhigenden Entwicklung sowohl kurzfristig als auch langfristig wirksam entgegenzusteuern. Die Zahlen der derzeitigen Altersstruktur der Hausärzteschaft sind alarmierend. Damit ist die fortlaufende vertragsärztliche Versorgung im Landkreis gefährdet.
Aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Marcus Klein (CDU) , geht hervor, dass mehr als ein Viertel der Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis im kommenden Jahr das „mittlere Austrittsalter aus der vertragsärztlichen Versorgung von 62 Jahren“ erreichen oder bereits erreicht haben werden. Somit wird die absolute Zahl der Hausärzte in den kommenden Jahren noch weiter sinken. Weitere 50% der derzeitigen Hausärzteschaft wird in zehn Jahren bereits in Rente sein oder kurz davorstehen. Lediglich 24% der jetzigen Vertragshausärztinnen und -ärzte werden aller Voraussicht im Jahre 2030 noch im Dienst sein. Die Zahlen, so Klein, seien wahrlich beunruhigend. Dabei würden einige Hausärztinnen und -ärzte über das Rentenalter hinaus arbeiten, weil sie keine Praxisnachfolge finden und wissen, dass ihre Patienten Schwierigkeiten hätten, einen neuen Arzt zu finden.
Klein: „Bereits 2015 habe ich auf diese Entwicklung hingewiesen und sie ist beileibe kein lokales Problem und dennoch lässt die Landesregierung wirksame Maßnahmen vermissen.“ Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung tue zwar alles, um die Versorgung überall sicher zu stellen. Klein: „Das kann aber nur gelingen, wenn genug ärztlicher Nachwuchs von den Universitäten kommt und sich für eine Hausarztpraxis interessiert. Das ist leider derzeit nicht der Fall.“
Man müsse bedenken, so Klein, dass wer heute das Medizinstudium beginne erst in gut 10 Jahren nach Approbation und Facharztausbildung als Facharzt theoretisch zur Verfügung stehen könne. Daher müsse man den Hausärztinnen- und Hausarztmangel einerseits kurzfristig bekämpfen um die Versorgung zu gewährleisten und gleichsam das Problem an der Wurzel packen und schon die Medizinstudentinnen und - studenten für eine berufliche Zukunft als Hausärztin bzw. Hausarzt zu sensibilisieren, also für diese schmackhaft zu machen.
Auch könnten Medizinische Versorgungszentren mancherorts eine Lösung sein, da sie aufgrund der verlässlicheren Arbeitszeiten (ähnlich wie an Kliniken) gerade auch für Frauen attraktiver seien und die Ärztinnen und Ärzte dort als Angestellte arbeiteten und nicht als Selbständige.
Marcus Klein will in den nächsten Wochen und Monaten mit Vertretern der Kommunalpolitik, Ärzteschaft und Landesregierung Kontakt zu diesem Thema aufnehmen. Klein: „Es muss uns in der Politik gemeinsam mit den Verbänden und Interessenvertretungen gelingen, diesem massiven Problem Herr zu werden.“