Kusel.tv

01.01.2020


KUSEL.TV - Das aktuelle Thema
"Was tun gegen die Gleisverwerfungen?"
Konkrete Maßnahmen auf der Lautertalbahn sind in Planung
Von Marlies Kohnle-Gros MdL

Die Deutsche Bahn AG wird mit vier konkreten Maßnahmen das Problem der hitzebedingten Gleissperrung auf der Lautertalbahn angehen, um erneute Zugausfälle zukünftig zu verhindern. Das hat das rheinland-pfälzische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau jetzt mitgeteilt. Zusammen mit meinem Kollegen Marcus Klein (Steinwenden), zu dessen Wahlkreis der Bereich der Lautertalbahn im Landkreis Kaiserslautern gehört, hatte ich eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt und nach den Konsequenzen aus den Streckensperrungen im vergangenen Sommer gefragt.

Nach Angaben der Deutsche Bahn AG als Betreiber der Bahnstrecke, so die Antwort, waren Ursache für die Gleisverwerfungen hohe Schienentemperaturen in Kombination mit engen Gleisbögen. Dort verursachen die Achsen der Schienenfahrzeuge eine Riffelbildung auf den Schienenköpfen. Die aus der Riffelbildung entstehenden Fahrflächenunebenheiten erhöhen nach und nach die Vibrationen im Gleis, welche sich wiederum negativ auf die Gleisstabilität auswirken.

Folgende Maßnahmen zur Verhinderung solcher Gleisverwerfungen an der Lautertalbahn sind nach Angaben der Deutschen Bahn AG – jeweils abhängig von den örtlichen Bedingungen – geplant:

- In den Gleisbögen werden Sicherungskappen eingebaut, um den Querverschiebewiderstand zu erhöhen.

- Das Gleis soll in den engen Bögen maschinell gestopft werden.

- Auf der Strecke werden bei den Gleisbögen die Schienen getrennt und ein Spannungsausgleich durchgeführt. Anschließend werden die Schienen wieder verschweißt.

- In den Bereichen der Fahrflächenunebenheiten soll eine maschinelle Schienenbearbeitung durchgeführt werden.

Auf die Frage der CDU-Abgeordneten, ob das Alter der Schienen Auswirkungen auf die Hitzeanfälligkeit hat, führt die Landesregierung nach Angaben der Bahn aus, dass die Schienen in den Abschnitten, die zuletzt wegen Gleisverwerfungen vorübergehend gesperrt werden mussten, tatsächlich aus unterschiedlichen „Walzjahren“ stammen, nämlich aus 1961 bis 2012. Die oben geschilderten Ursachen gelten aber nach Einschätzung der Bahn unabhängig vom Alter der Schienen.

Auf die Nachfrage von Marlies Kohnle-Gros und Marcus Klein, welche Erfahrung die Deutsche Bahn AG, aber auch die Österreichische und die Schweizer Bundesbahn damit haben, die Gleise in betroffenen Abschnitten weiß zu streichen, teilt die Landesregierung mit, dass die DB Bahnbau mit einer ca. einjährigen Erprobung des weißen Anstrichs von Schienen in Feldversuchen im Sommer 2019 begonnen hat. Das Gesamtergebnis sei noch nicht endgültig dokumentiert. Erst nach Abschluss der Erprobung kann dann eine Aussage darüber getroffen werden, ob sich die Maßnahme für eine längerfristige Lösung eignet. In einem ersten Felsversuch in Königsborn auf dem Gelände von DB Bahnbau wurde aber nachweislich eine deutliche Temperaturverringerung erreicht.

Da die bestehende Fehlerhäufigkeit auf der Lautertalbahn jedoch primär aus der Streckentopographie mit den sehr kleinen Radien in den Gleisbögen resultiert, sieht die Bahn AG allein mit einem weißen Anstrich das Problem nicht behandelbar. Vielmehr sollen die oben genannten Maßnahmen die erforderliche Instandsetzung gewährleisten und so die Auswirkungen bei extremer Hitze kompensiert werden. Alleine der Einsatz neuen Schienenmaterials – so die Antwort abschließend – hätte dagegen keinen nennenswerten Effekt.